Bild von Bienvenido Bones Banez,Jr.  Lizenz„Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen “.

Seitdem man den neuen Partner(Mitarbeiter) hat, wächst das Gefühl, klein, minderwertig und ein Versager zu sein, der nur noch Fehler macht. Die besten Freunde (Mitarbeiter) gehen auf Distanz, falls sie nicht sowieso schon aussortiert wurden. Was ist eigentlich los?

Oder: Der beste Freund (bzw. vormals DER „Traumboss“) hat eine neue Partnerin (einen neuen engen Mitarbeiter), es kommt gehäuft zu ungünstigen Entscheidungen, er sondert sich ab und scheinbar ist man der einzige, der bei jedem Zusammen-Treffen ein ungutes Gefühl bekommt- dabei zunehmend außen vor bleibt.. Verfolgungswahn? Projektion? Eifersucht? Was, wenn doch was dran ist?

Kommt das jemandem bekannt vor? Aus eigener Erfahrung oder als Beobachter? Oder ruft das nur Unverständnis und Ablehnung hervor? Dann erst recht: VORSICHT…

Wer in den Focus eines Menschen gerät, von denen es immerhin einen auf hundert (bei etwas weiter gefassterer Definition bis 3.5%) gibt, wird nach der Phase des absoluten Hochgefühls komplett abstürzen.  „Wenn das so selten ist, muss mich das ja nicht interessieren“.. Tatsächlich? Überlegt mal, mit wie vielen Menschen ihr zu tun habt: Freunde, Verwandte, Bekannte, deren Freunde, Kollegen, Kommilitonen, Kunden, Netzwerke, Clubs, Vereine usw. In bestimmten Berufsgruppen ist der Anteil sogar noch sehr viel höher. Vermeiden lässt sich eine Begegnung also nicht.

Sich mit deren Eigenschaften rechtzeitig zu beschäftigen, hat was von Katastrophenschutz: befindet man sich erst in der Situation, ist man zu klärenden Gedanken nicht mehr in der Lage.

In Krimis werden sie oft so dargestellt, dass nur komplett Verrückte einen näheren Kontakt zulassen würden: blutunterlaufene Augen, starrer oder besonders unruhiger irrer Blick, vielleicht abstoßend ungepflegt oder so offensichtlich teuflisch, dass auch der letzte Idiot sofort das Weite suchen würde (wie z.B. in alten Edgar-Wallace-Filmen zu bewundern).

Ich rede hier von „Psychopathen“- und zwar im „klinischen Sinn“, denn nicht jeder „besonders bösartige Kriminelle“ ist gleichzeitig ein Psychopath- oder umgekehrt.

Generell haben Psychopathen von Jugend an tatsächlich Probleme mit Gesetzen und Regeln- die sie irgendwie einschränken könnten. Deswegen ziehen sie aber noch lange nicht mordend und brandschatzend durch die Lande. Sie können ihren Mitmenschen ganz erheblichen Schaden zufügen, was sie ungerührt tun. Das geschieht sehr raffiniert und im Verborgenen- gut getarnt vor anderen.

Manche Menschen wollen immer und ewig bewundert werden und im Mittelpunkt stehen- egal, ob es einen Grund dafür gibt oder nicht. Oder: Sie wollen für ihr „schweres Schicksal“ bedauert werden- oder fallen einem dauernd ins Wort, so dass man in einer geschlagenen Stunde maximal ein „jaja- tatsächlich-sag bloß“ unterbringen kann… Es gibt alle möglichen Auffälligkeiten, die irgendwie anstrengend und „besonders“… merkwürdig sind. Bei vielen weiß man nach einer Weile, was einen erwartet. Kommt man damit nicht klar, kann man sich fern halten. Man kann meist selbst entscheiden, ob die „Macken“ mehr stören als die liebenswerten Seiten anziehend sind. Schwieriger wird es schon, wenn man gar nicht gefragt wird, aber aus der Nummer nicht heraus kommt, weil es der Freund der besten Freundin ist, der Mann der Schwester, oder die neuste Flamme einer sehr wichtigen Person.

Das geht noch schlimmer: Der beste Freund ist völlig verzückt, andere Bekannte auch- und man selbst? Die Lautstärke der inneren Alarmglocke würde jeden anderen Alarm als leises Säuseln da stehen lassen. Was stimmt nicht mit einem selbst? Nachdem die ersten vorsichtigen Bedenken geäußert wurden, prasselt es von allen Seiten auf einen ein. „Klar! Du bist einfach eifersüchtig!“ Öhmmm… Stimmt das? Nach einem gründlichen in sich Hineinhorchen….: Nee, irgendwie nicht. Du hättest gar nichts dagegen, dass deine beste Freundin oder dein Cousin -oder wer auch immer- mit einem anderen Menschen besonders happy ist. Dass Ihr dann weniger Zeit miteinander verbringt, ist etwas, woran man sich erst gewöhnen muss- aber das macht Dir gar nicht die Bauchschmerzen. Da ist irgendwas anderes im Busch. Nur was? Immer, wenn Du meinst, du könntest „den Finger drauf legen“.. ist es sofort im Nebel verschwunden.

Entweder ziehst Du Dich dann zurück- oder Du musst Dir weiterhin „Deine schlechten Eigenschaften“ vorhalten und erläutern lassen- denn das hört nicht auf. Bis Du es schließlich glaubst und Dein aufdringliches Bauchgefühl nur mit Mühe zum Schweigen bringst. Immer wieder.

Im Bekanntenkreis noch vorstellbar- im Job kann einem durchaus Ähnliches begegnen. Und es wirkt mindestens genauso verstörend- bzw. verheerend. Man beginnt mehr und mehr an seiner Wahrnehmung zu zweifeln, schließlich sogar an seinem Wert und seinen Fähigkeiten, bis man sich entgegen der eigenen Vernunft „einfügt“, unterordnet (der Ausdruck „unterwirft“ wäre passender) – oder geht.

Dem Ganzen liegt eine Fehlschätzung (s.u.) zu Grunde, die niemandem auffällt, wenn man nicht von außen mit der Nase darauf gestoßen wird. Auf kompetente Hilfe zu treffen, geht leider in Richtung Lotteriespiel. Auch sogenannte „Fachleute“ (Psychotherapeuten) scheinen die Situation- selbst nach vielen Sitzungen- nicht zu durchschauen. Sie „identifizieren“ gängige Ursachen, die hier jedoch nicht annähernd zutreffen – eher verunsichern, weil dem Hilfesuchenden eben irgendeine passende „Macke“ angedichtet wird. „Wenn sogar der „Fachmann“ die Vorwürfe bestätigt.. muss ja was dran sein..“ Natürlich gibt es auch die berühmten Ausnahmen – aber wo findet man die?

Lange blieb dieser Personenkreis für mich „graue Theorie“, und ich war nicht besonders wild darauf, mich damit intensiv zu beschäftigen. Als ich bei Freunden und Klienten die Auswirkungen solch unguter Begegnungen erlebte, musste ich mich doch auf die Suche nach möglichen Ursachen begeben. Aber wonach genau?  Was ich darüber gelernt hatte, reichte bei weitem nicht aus, um auch nur ansatzweise Licht am Horizont zu ahnen. Die Erfahrungen aus meiner Tätigkeit in der Psychiatrie nützen mir auch nichts. DA trifft man auf diese Menschen nämlich nicht. (s.u.). Zwar gehörten auch Vorlesungen in Psychologie zu meinen Studium und zu weiteren Berufsausbildungen, deren Inhalt war aber viel zu schwammig, um ihn konkret nutzen zu können, genauso wie viele infos aus dem Internet.

Das ging so, bis ich endlich eine gut verständliche und exakte Orientierung an die Hand bekam. (Und siehe da.. begegnet war ich selbst so einigen..)  Psychopathen haben nicht „irgendwo ganz tief innen“ ihre Menschlichkeit versteckt, die man nur mit der passenden Verhaltenstherapie hervorholen oder gar „herauslieben“ muss. Ihr Gehirn kann bestimmte Verbindungen nicht herstellen- d.h. es liegt ein „Fehler“  in der „Hardware“ vor. Der verschwindet weder durch „richtige“ Pillen noch andere Aktionen: der verschwindet GAR nicht. Die Auffälligkeiten werden höchstens NOCH geschickter kaschiert. Das ist nicht unbedingt ein „Therapieerfolg“… Sie selbst leiden ja nicht unter ihrem Verhalten- aber die anderen können dann noch besser über den Tisch gezogen werden.

Wenn jemand, der „normal“ gestrickt ist, versucht, die befremdlichen Handlungen und Aussagen eines Psychopathen zu verstehen, wird er das zuerst mit den Erfahrungen versuchen, die er bisher gesammelt hat.

Solange man nicht über spezielles Wissen verfügt, KANN das nicht klappen, weil so ein Mensch ganz anders tickt. Man kann sich das Ausmaß davon und die Folgen gar nicht vorstellen- ja nicht einmal in Erwägung ziehen, so fremd ist es. Also wird versucht, gegrübelt, probiert – und man landet immer wieder vor einer Wand- gibt sich am Ende selbst die Schuld an allem, was daneben läuft.

 

Was ist denn so anders bei Psychopathen?

Sie sind meist sehr klug und arbeiten effizient, weil ihr Denken nicht durch „lästige Gefühle“ ausgebremst wird. 

Ein Mensch ohne innere Verbindung zu anderen (wenn, dann gespielt):   „Mensch ohne Menschlichkeit“, kennt weder Scham oder Reue, noch Mitleid, noch Angst. Soziale Verantwortung ist ein Fremdwort. Nur was ihm selbst nutzt, wird umgesetzt- ohne Rücksicht auf Verluste.

Psychopathen langweilen sich schnell- weil ihnen die normale Gefühlswelt als Input nicht zur Verfügung steht: sie bleiben süchtig nach immer neuen Erlebnissen, Kicks, Machtspielen mit immer neuen Menschen.

Entwicklungen sind nur auf Vorteile für sich selbst ausgerichtet, andere Menschen sind egal- solange diese keinen Vorteil für den Psychopathen bieten. Für sie selbst ist das ein Zeichen der Überlegenheit.

Diese pathologischen Verhaltensweisen sind nicht therapierbar. Der Psychopath erlebt keinen Leidensdruck: Ein Kandidat für eine Therapie? Warum?: Die anderen sind minderwertig, lassen sich den klaren Verstand von Gefühlen vernebeln: Erfolglose „Weicheier“ ohne den „richtigen Biss“.

Man hat aber nie das Gefühl, es mit einem „emotional Gestörten“ zu tun zu haben, sondern mit DEM perfekten Kollegen oder DER perfekten Freundin. Der Psychopath hat selbst hat keine Gefühle für sein Gegenüber- ihm ist egal, ob er einen Menschen steuert oder eine Spielzeugdrohne. ( wie in der „Matrix“: Mr Smith und Kollegen „erwirtschaften“ ohne jede Gefühlsregung den größtmöglichen Nutzen- unbemerkt von den meisten ihrer Opfer. Schade, dass die „rote Pille“ in diesem Fall so aufwändig ist: eine gründliche und ehrliche Auseinandersetzung mit der schwer verdaulichen Realität)

Im Gegensatz zu Autisten erkennen Psychopathen die Gefühle anderer: „Wie muss ich dieses Gefühl beim anderen „bespielen“ (manipulieren)? Wie bei irgend einem Gerät, versucht derjenige nur herauszufinden, was am besten „geht“- damit er mit Minimalaufwand alles erreicht oder bekommt. Wenn nötig, können sie Gefühle meisterhaft vortäuschen.

Psychopathen werden oft als sehr charismatisch, manchmal dramatisch, verführerisch, und in höchstem Maße attraktiv beschrieben. Sie schaffen es, dass man die idiotischsten Dinge tut und glaubt. Der intensive Kontakt mit ihnen ist (wie?) eine Droge- zu Beginn der Beziehung. Später muss man „etwas“ dafür tun. Was natürlich nie ausreicht…

Einen erhöhten Prozentsatz von Psychopathen trifft man nicht nur bei Gefängnisinsassen. Auch bei Polizisten, Beamten, Chirurgen und Rechtsanwälten liegt der Anteil höher als in der Gesamtbevölkerung. Außergewöhnlich viele Vertreter dieser Störung findet man bei Führungskräften und in der Hochfinanz. Nach welchen Kriterien werden Mitarbeiter, Fachleute eigentlich ausgesucht, damit es zu so einer Verteilung kommen kann? Darüber nachzudenken wäre sicher nicht verkehrt… (oder wie sieht es bei den „Volksvertretern“ aus?.. Wie wir gerade gesehen haben, können die smarten und charismatischen viel gefährlicher sein als die „Polterer“. „An ihren Taten könnt Ihr sie erkennen.“ Da gibt’s so manche Überraschung…Will man das? Kann man zugeben, dass man sich so an der Nase herumführen lassen hat? Gar nicht so einfach…Daran lässt sich vielleicht erahnen, wie es jemandem geht, der von einem Psychopathen vereinnahmt wurde.)

Wenn man sich die Häufigkeiten anschaut, hat wahrscheinlich jeder schon Psychopathen getroffen oder immer noch damit zu tun. Und weil wir unsere Gefühle nicht einfach abstellen können, ist und bleibt der beste Schutz, umgehend das Weite zu suchen. Denn wer glaubt tatsächlich, einem Meister der Manipulation und Maskierung, der weder Angst, Mitgefühl noch Reue kennt, „das Wasser reichen“ zu können, während der eigene (kalte) Verstand durch Gefühle „behindert“ wird?

Sollte das aus irgendwelchen Gründen nicht möglich sein, ist ein gründliches und gut aufbereitetes Wissen hilfreich (DAS zu finden, ist eben nicht so ganz einfach. Sobald man über solide Grundkenntnisse und Unterscheidungsmerkmale verfügt, wird es mit dem Auffinden von Beispielen schon besser. Leider begegnet einem auch in neueren Veröffentlichungen die Vermischung verschiedener „Störungen“, „kreative“ Aussagen zu Therapierbarkeit und Ursachen. Es jedoch wichtig, ganz exakt zu bleiben- sonst lassen sich keine schützenden Konsequenzen ziehen.)

Die bisher klarsten Beschreibungen habe ich bei der Profilerin Suzanne Grieger-Langer (ab min 21/45) gefunden. Es gibt zahlreiche, gut verständliche Videos von ihr auf youtube. Ihre Informationen helfen sowohl im Privat- wie auch Geschäftsleben. (Ich beschreibe hier übrigens hauptsächlich die „Kollateralschäden“. Das Drehbuch des direkten Übergriffs, der „Machtübernahme“,  ist ein Kapitel für sich – und von ihr gut aufgeschlüsselt ebenfalls auf youtube zu finden.)

Wie?

„Drehbuch“?

Tatsächlich. Es ist kaum zu glauben, wie leicht wir „Normalos“ manipulierbar sind- solange wir blauäugig bleiben. Eine Variante für „Laien“ findet sich übrigens hier) Trotz aller Klarheit: Die Videos können nur ein erster Schritt sein, falls „das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist“.

Sogar „Fachleute“, durchschauen einen erwachsenen Psychopathen im direkten Kontakt nicht- brilliante Schauspieler sind sie im Laufe ihres Lebens geworden. Sie lassen sich im Nachhinein aber an den Folgen oder an einem typischen Handlungsmuster erkennen-       oder :

von jemandem erahnen, der nicht im Focus steht, weil zu „unattraktiv“ für eine entsprechende Manipulation. Den beschleicht ein immer stärkeres Unbehagen im Umgang mit dieser Person. (Was mich übrigens auch beschleicht, sobald ich das häufig gepostete Statement lese: „Freunde“, die eine „ungute“ Entwicklung bemerken, seien einfach nur neidisch auf diese einzigartige Liebe..  Das kann vielleicht so sein- muss aber nicht .. es sät jedenfalls Zweifel am warnenden Bauchgefühl.:  nicht gut….)

Da bin ich wieder beim Bauchgefühl. Es ist erstaunlich, wie sensibel und verlässlich es reagiert- wir leider viel zu oft der Aufforderung nachgeben, es zu ignorieren.

Also: nicht weich kochen lassen- Bei Zweifeln und Alarmgefühlen NOCH genauer hinschauen und weitere Anzeichen gründlich hinterfragen.

Und: informiert Euch beizeiten- die Chance, auf einen Psychopathen zu treffen, ist gar nicht so gering..

Infos z.B. hier aus der (fast immer gut verborgenen) Sicht der Betroffenen-  oder hier (diese Beschreibungen bezieht sich fälschlicherweise nur auf männliche Psychopathen- die Häufigkeit ist aber bei beiden Geschlechtern gleich)

Von Michelangelo zwar nicht so gemeint- aber zeigt die Situation ganz gut: Unterwirft man sich, wird man umschmeichelt und verführt-… erst mal…. Schmerzhaft aussortiert wird man auf jeden Fall- irgendwann. Der eine früher, der andere später….je nachdem, wie groß sein Nutzen ist.

 

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