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Wer ist besser? Kopf oder Bauch?

21.1Viele verlassen sich lieber auf die Meinungen von „Fachleuten“, weil sie sich selbst (und den teilweise eindeutigen Körpersignalen) oder der eigenen Intuition nicht so recht trauen. Falls damit keine für sie schwer wiegenden Entscheidungen verbunden sind, äußern viele unbefangen und offen ihre Eindrücke- und deren Genauigkeit ist tatsächlich verblüffend.

Jahrelang hat man uns doch immer genau das Gegenteil eingetrichtert? Alles, was auch nur ansatzweise mit „Gefühl“ zu tun hatte, war gänzlich beliebig, unzuverlässig und daher nicht verwertbar. Nee. Stimmt gar nicht! Wie gut, dass man unsere Unsicherheiten nun wieder mit Hilfe der Forschung aus dem Weg räumen kann! Bewusst können wir übrigens nur eine Frage zur Zeit bearbeiten oder Informationen mit einem Umfang um 30- 40 bit. Unbewusst dagegen mehrere Millionen Bit – d.h. unbewusst können wir gleichzeitig  rasend schnell viele Erfahrungen gegeneinander abgleichen und daraus die Erfolg versprechendste wählen. Wenn aber keine Erfahrungen vorhanden sind- oder nur sehr wenige, dann kann auch nichts abgeglichen werden- da können wir viel leichter mal falsch liegen (das nochmal zu „intuitiven Mathematik“).

Wenn wir also eine schwer wiegende Entscheidung zu treffen haben, sollten wir uns so umfassend und gründlich informieren wie nur möglich, am besten von verschiedenen Seiten beraten lassen und dann erst unsere Entscheidung spontan und ohne bewusste Analysen treffen. Herr Manfred Spitzer treibt es kurz gesagt „auf die Spitze“: einfache Entscheidungen sollten mit dem Kopf getroffen werden (da ist er nämlich überlegen, aber) schwierige mit dem Bauch.  😉

Natürlich gibt es auch üble Erfahrungen, die unsere Entscheidungen beeinflussen. Zum einen können wir das zum Glück hinterfragen- zum anderen lässt sich da was „umlernen“, wenn nötig. Daraus allerdings zu schließen, dass man sich selbst gar nicht mehr trauen sollte, wäre nun aber ganz falsch.

Bis in die 80er Jahre hinein (teilweise bis heute) war es beispielsweise normal, wenn es für Neugeborene und Kleinkinder möglichst viele feste Regeln gab. Unter anderem wurden genau abgemessenene Mengen nach festem Zeitplan gefüttert (das klappt beim Stillen zum Glück nicht, da richtet sich die Zusammensetzung und die Menge der Milch immer genau nach den aktuellen Bedürfnissen des Säuglings) und dann das Kind in ein „ruhiges“ Zimmer abgelegt. Egal, was das Kind selbst für Signale gab oder ob es sogar bitterlich weinte. Das ging so weit, dass Mütter von den Angehörigen daran gehindert wurden, außerhalb der erlaubten Zeiten nach ihrem weinenden Kind zu sehen. Von vielen wurde dieses Vorgehen ‚zum Wohle des Kindes‘ leidenschaftlich verteidigt, anderen blieb das ungute Gefühl erhalten. Einige meiner Patientinnen litten noch Jahre danach unter den Erinnerungen. Als mein Sohn geboren wurde, regten sich immer lautere Zweifel an dieser Methode. Es gibt außerdem viele Gegenbeispiele aus anderen Kulturen, wo diese Disziplinierungsmaßnahmen komplett unüblich sind. Natürlich habe ich dem nachgegeben, was sich richtig „anfühlte“- und uns beiden ging es gut mit dieser Entscheidung.  Dieses Thema lässt sich noch vertiefen- es soll hier aber nur als Beispiel dienen.

Zum Schluss noch etwas aus meiner Arbeit: Will ich eine spezielle Mischung aus Pflanzen-Essenzen entwickeln- mit definierter Wirkung und Zusammensetzung für bestimmte Personen, klappt das nie so richtig, so lange ich mir die Essenzen wie aus einem Kochrezept zusammen stelle. Abgesehen davon sind die Wirkungen auch nicht so einfach fest zu legen. Manches wirkt z.B. über diverse Umwege. Ich suche also vor so einer Entwicklung alles zusammen, was ich über die Essenzen, deren verschiedene Wirkungsmechanismen, deren Geschichte und die „Eigenheiten“ der Person nur finden kann, ‚schlafe darüber’ und mache mich dann erst an die Arbeit. Das ergibt tatsächlich ganz andere Ergebnisse.

Und wenn’s gar nicht geht? Der Kopf kann Unmengen von Argumenten liefern.. und trotzdem: keine Chance. Das üble Gefühl in der Magengegend verschwindet nicht. Manchmal ist es ganz offensichtlich, dass eigentlich nicht übertragbare Erfahrungen uns fehlleiten- und trotzdem.. irgendwie .. können wir nicht aus unserer Haut. Immerhin finden wir heute ganz andere Szenerien vor als unser angeborenes Verhalten sie kennt: keine festen „Stammesstrukturen“, wir jetten zwischen Kontinenten hin und her, müssen uns rasend schnell an neue Menschen und deren Regeln gewöhnen- und vieles mehr. Kein Wunder, wenn der „Bauch“ da ab und zu etwas hinterher hinkt. Gerade bei Kulturunterschieden ist das am besten zu sehen- wenn man es denn will. Was in der einen Kultur ein absoluter Fauxpas ist, wird in der nächsten geradezu erwartet- und schwupps! – ist man im nächstbesten Fettnäpfchen gelandet. Ob das Gegenüber darüber nachdenkt, warum er uns für einen unzivilisierten Neandertaler hält- oder nur künftig einfach als solchen behandelt? Sind wir doch mal ehrlich.. machen wir uns immer die Mühe? In derartigen Fällen würde sich das Hinterfragen absolut lohnen, meine ich. Wie leicht es ist, Vorurteilen aufzusitzen und damit Unheil an zu richten, habe ich ja schon beschrieben.

Welche Erfahrungen habt Ihr damit schon gemacht? Was hilft dabei, die eigenen Einschätzungen ernst zu nehmen? Bei welchem nächstbesten Ereignis macht Euer Bauchgefühl sich laut bemerkbar? Achtet ruhig mal drauf- das wird echt spannend! 😉

 

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