Warning: A non-numeric value encountered in /is/htdocs/wp11217510_JOD11GX52A/www/spiceit/wp-content/themes/Divi/functions.php on line 5806

Bild istock Fotgraf: simonmcconico

Ehrlich gesagt wünsche ich niemandem, dass er blauäugig in dieses Gefühlschaos gerät. Der Ablauf ist so simpel, dass es es fast peinlich scheint, darauf herein zu fallen. Falls man das Steuer (zumindest) für sein Privatleben selbst in der Hand behalten will, sollte man den so schnell wie möglich durchschauen können. Dafür muss man ihn natürlich erstmal kennen. Wie weit man dem folgen will, muss jeder selbst wissen- aber dann hat der/diejenige wenigstens eine Wahl!

Zuerst bringe man in Erfahrung, was den anderen besonders interessiert, welche Werte er hat, was ihn besonders berührt und bewegt- halte sich selbst aber unbedingt noch zurück und bleibe „geheimnisvoll“. Die Körpersprache darf gern dem Inhalt dezent angemessen sein- quasi wie ein Spiegel. Wenn’s grad passt: hingerissen und bewundernd zuhören. Bei schlimmen Geschichten natürlich mitfühlend usw. Das kommt gut.

Diese Informationen verwende man in späteren Treffen, um sie als eigene Erfahrungen in emotionale Geschichten einzuflechten (die natürlich nicht wahr sein müssen), damit Nähe aufzubauen („Oh, da hat ja jemand die gleichen Gedanken wie ich. Wie schön!“) und eine Art Seelenverwandtschaft vorzutäuschen. Ganz günstig ist, wenn man denjenigen in einer emotionalen Ausnahme-Situation erwischt, z.B. nach dem Tod einer nahe stehenden Person. (Eigene gravierende Wünsche und Interessen sind in diesem Stadium noch uninteressant- vielleicht die eine oder andere Bemerkung, wenn es um Unwesentliches geht. Ja- da braucht’s schon eine Weile Durchhaltevermögen und ein wenig schauspielerisches Talent.)

Weitere kleine Tricks folgen, bis der andere glaubt, dass er nur mit diesem Menschen glücklich werden kann, dass niemand anderer ihn SO gut und in dieser Tiefe verstehen wird. (Gegensätze ziehen sich zwar an- aber nicht, was wirkliche Interessen und Werte angeht. Da fühlen wir uns umso wohler, je ähnlicher der Partner gestrickt ist wie wir selbst.)

Wenn die Nähe besonders groß scheint, der andere auf Wolke 7 schwebt, weil er DIESEM Menschen begegnet ist…entzieht man sie ihm- ohne Vorwarnung- erst recht ohne jede Erklärung: ein plötzlicher tiefer Sturz für das mit Glückshormonen umnebelte Hirn.

Jeder „normale“ Mensch wäre nach den bisherigen Erfahrungen stark verwirrt. Er würde versuchen, den Zustand wieder herzustellen, wo es diesen wunderbaren „Gleichklang der Seelen“ gab. (Hier wird mit einer angeborenen Urangst gespielt. Sollte es schon so weit gekommen sein, kann man das nur noch schwer durchschauen- noch schwerer: daraus entkommen.)

Lässt das Objekt der Begierde sich in diesem Zustand der Verwirrung und der Verlustangst noch nicht so richtig um den Finger wickeln,  bricht man für ein paar Tage den Kontakt ab- aber nicht zu lange. Wenn man dann als strahlender Traumpartner – ohne Erklärung- wieder zurück ist, muss die Unberechenbarkeit unbedingt weiter aufrecht erhalten bleiben. Damit der andere nie weiß, mit welchem „Ungehorsam“ genau er das Ende dieses Glücks verursachen könnte. Das können in der Tat die idiotischsten Aktionen sein. Je verrückter desto besser! Damit lässt sich noch schlechter vorher sagen (verstehen sowieso nicht- nie!), wann mit dem nächsten Absturz gerechnet werden sollte. Man muss also dauernd die/den Angebete/n im Auge behalten, um rechtzeitig weitere „Katastrophen“ abwenden zu können. Klappt natürlich nicht. Und die meisten durchschauen die Absicht dahinter einfach nicht.

Wie schon erwähnt: die Strategie funktioniert- weil sie angeborene Reaktionen nutzt, die natürlich nicht hinterfragt werden. Das ist ja „normal“. Welcher normale Mensch forscht schon danach, was gerade genau wie in seiner Psyche abläuft?

„Hingabe & Seelenverwandtschaft“ wechselt absolut unberechenbar mit dem Erzeugen von Verlustängsten. (eine ganz harmlose Variante: aufregende Werbeveranstaltungen wecken Begehrlichkeiten- aber das neue iphone ist so gut wie nicht zu ergattern.  Wer vermutet oder durchschaut gar in seiner lodernden Verliebtheit Marketingstrategien, wenn er meint, dem Traumpartner begegnet zu sein?).  Und während der eine verstört nach Gründen forscht- die es natürlich nicht gibt- kann der andere sich in aller Seelenruhe ausmalen, was er als nächstes einfordern könnte. Menschen, die ihre Partner nicht „strategisch“ auswählen, sondern „aus dem Bauch“, sind als Ziel besonders geeignet.

Dass das Bild des/der Angebeteten nicht viel mehr mit der Realität zu tun hat, als irgendein Werbeversprechen oder die Rolle in einem Theaterstück, wird lange nicht bemerkt- weil zuerst die rosa Brille alles vernebelt. Danach WILL man aus verschiedenen Gründen die Wahrheit nicht mehr erkennen.

Und außerdem sind neue negative Eigenschaften sowieso nur entstanden, weil der andere so schlecht seinen „Pflichten“ nachkommt. Andernfalls würde der/die Angebetete sich natürlich sofort in den Traumpartner zurück verwandeln.. und damit darf der andere noch schneller im Hamsterrad strampeln.

Wenn man das „Kochrezept“ als „Spiel“ ansieht, bei dem beide wissen, worum es geht? Ok. Das ist hier aber nicht gemeint! Es soll ganz bewusst mit Ur-Ängsten gespielt, regelrecht ein Trauma erzeugt werden..

Wer nutzt sowas überhaupt?

Diesen Ablauf als allerneuste Forschung verkaufen zu wollen, ist natürlich Unsinn- maximal die Hintergründe für die Abhängigkeit erklären zu können, ist aktueller. Zuhälter wissen schon lange- gerade bei sehr jungen Mädels- um seine Wirksamkeit.  Oder Prostituierte erhalten sich so Stammkundschaft.

Auch in kleinerem Rahmen- z.B. zur finanziellen Absicherung der (Herkunfts-)Familie- findet es sich längst wieder. Es gibt immer wieder „Opfer“ aller Altersgruppen und Bildungsschichten, die damit gehörig auf die Nase fallen. Es geht soweit, dass die gewohnte Umgebung und der Freundeskreis aufgegeben wird – und am Ende ist alles „weg“ ist: einschließlich der Traum-Villa  z.B. in Thailand, der Firma in z.B. Ghana oder irgendeiner Rieseninvestition sonstwo-..

Die Konstellationen sind dabei oft so, dass jedem Außenstehenden klar ist, dass da was nicht so ganz stimmen kann. Besonders auffällig ist natürlich, wenn ein schöner junger Mensch sich unsterblich in einen sehr „reifen“ Menschen verliebt  (SO auffällig muss das aber gar nicht sein). … Erst recht, wenn keiner die Sprache, geschweige denn die Regeln, Gesten und Körpersprache des anderen beherrscht. In was genau soll der/die Angebetete sich denn so unsterblich verliebt haben..? Klar! In die Augen und das umwerfende Lächeln.. 😉  Will der andere das wissen oder hören? Natürlich nicht.. Sogar wenn wirklich nichts und niemand mehr geblieben ist, dauert es noch eine Weile, bis diesen Menschen dämmert, dass sie einem Theaterstück aufgesessen sind.

„Wenn man dieses Spiel nur in so „exotischen“ Kreisen vorfindet, geht mich das nix an. Damit habe ich ja wenig Berührung“.

Schön wär’s…!

So einfach ist das leider nicht.

Scheinbar ganz „normale“ Menschen, sogar „Chantalle Müllers“ oder  „Oliver Meyers“ können dieses Spiel meisterhaft beherrschen.. Und genau damit rechnen die wenigsten…

Es braucht weder ein umwerfendes Aussehen, nicht mal viel Gerissenheit oder Intelligenz – nur genügend Durchhaltevermögen,  Einfühlungsvermögen (woraus natürlich kein echtes Mitgefühl resultieren darf- das wäre ungünstig für den Plan)- und eine gewisse „Grundeinstellung“ zum freien Willen eines anderen…

Fortsetzung: alles MEINS!

hier geht’s zum 1.Teil

Bild DanielBendjy (istockphoto)

 

 

 

 

 

 

 

Facebook Auto Publish Powered By : XYZScripts.com