Eine Pflege, bei der die Eigenheiten der Haut berücksichtigt werden, wird sie in jedem Fall als Erholung empfinden. Es gibt aber eine Reihe von Erkrankungen, wo das leider nicht ausreicht.

Die meisten kennen bestimmt jemanden mit Neurodermitis oder einer Schuppenflechte. Auch gibt es Infektionskrankheiten, die sich an der Haut zeigen können- und die zum Glück nach einer Weile verschwinden. Nicht immer ist es dann auch „weg“:  Syphilis kann z.B. im 2.Stadium alle möglichen Krankheiten (Ausschläge usw.) nachahmen und nach ein paar Wochen ist nichts mehr davon zu sehen. Ich erinnere mich an einen sexuell sehr aktiven Kollegen, den wir diverse Male mit seinem Kalender vorm Spiegel angetroffen haben.. wenn er mal wieder panisch merkwürdige Hautreaktionen bei sich in Augenschein nahm.

Normalerweise ist das 1.Stadium schon auffällig genug, dass sich die Infizierten bereits dann zum Arzt begeben und mit Antibiotika behandelt werden- es gibt aber auch diejenigen, die meinen, dass sich „das schon wieder hin wächst“… in DEM Fall leider nicht.

Hautprobleme können dagegen auch ein Symptom für Organschwächen oder -erkrankungen sein.

In jungen Jahren wird ein leichtsinniger Umgang mit der eigenen Gesundheit noch verhältnismäßig unbemerkt ausgeglichen. Je älter man wird, desto länger dauern die Erholungsphasen. Überfordert man ungerührt seine Organe immer weiter ohne Rücksicht auf Verluste, wirkt sich das an der schwächsten Stelle zuerst aus. Ein- und dieselbe Krankheit kann sich also ganz unterschiedlich bemerkbar machen. Wird das nicht bemerkt oder ignoriert, sind zunehmend auch andere Organe davon belastet und werden in Mitleidenschaft gezogen (Nicht nur in der chinesischen Medizin ist das schon seit Jahrtausenden bekannt- in der westlichen Medizin hat sich das leider noch nicht so richtig herum gesprochen.)

Wie sich jeder leicht vorstellen kann, kommt eine Hautreaktion z.B. bei einer eingeschränkten „Entgiftungsfunktion“ vor. Das meiste davon erledigen normalerweise Leber und Nieren, aber auch die nachfolgenden Stationen (Darm und ableitenden Harnwege) müssen für eine gut funktionierende Entsorgung ihre Tätigkeit verrichten können. Da liegt schon eine schier unendliche Fülle von möglichen Störquellen.

Zusätze in Nahrungsmitteln und Kosmetika zeigen erst nach Jahren des Gebrauchs, dass sie leider doch nicht so harmlos waren. Oder es werden einfach bestimmte Nahrungsmittelgruppen nicht vertragen und können nicht richtig verstoffwechselt werden. Oder immer neue exotische und extreme „Diäten“ versorgen zu wenig mit notwendigen Nährstoffen, die eben auch die Haut benötigt.

Sogar eine -den meisten unbekannte, wenn auch leider recht häufige- Erkrankung der Schilddrüse kann zu Hautproblemen führen.

Noch schwieriger wird es, wenn die Psyche an der Störung beteiligt ist. Das Immunsystem hängt auch damit zusammen- das lässt sich sogar direkt im Blut nachweisen.

Wenn also die Haut lediglich „mit reagiert“, ist es gar nicht so leicht, den Verursacher zu identifizieren. Dauert die Störung länger an, gehört also auch eine gründliche Anamnese und Untersuchung dazu. Die Blutuntersuchung sollte einen möglichst breiten Überblick über die Organtätigkeiten geben. Da erlebe ich immer mal wieder, dass zwar die Bestimmung neu entdeckter spannender Werte angeordnet wird, die in diesen Zusammenhängen nur leider nicht voran bringen – aber von „trivialen“( preiswerten) guten Hinweisen weit und breit nichts zu sehen ist.

Den wenigsten ist klar, dass so viele unterschiedliche Gründe für Hautprobleme sorgen können- oder dass die Haut dankbar- mit einem entsprechenden Hautbild- auf eine ihr entsprechende Pflege und Rücksicht (eben auch der Organe) reagiert.

Wenn keine der gut duftenden Cremes und Wässerchen mehr hilft, kein – muss der Hautarzt einspringen. (Wie oben beschrieben, sind die Ursachen für Hautprobleme nicht immer harmlos, der Gang zum Therapeuten wäre bei sonderbaren oder länger anhaltenden Beschwerden also angebracht) Nur- wer will seine Gewohnheiten ändern, aus der Reihe fallen- oder gar wochenlang auf Änderung warten? (Keine Angst, eine Besserung MUSS nicht immer lange dauern) Die meisten Patienten wollen auf der Stelle Hilfe- und das verspricht Cortison. Ja und? Wenn’s hilft? Was soll diese übertriebene Besorgnis?!

Cortison ist eine feine Sache- wird sogar vom Körper selbst gebildet- und das ist oft ein Argument FÜR dieses Hormon. Es hilft, wenn die Ursache einer Entzündung nicht gefunden werden kann- oder es für die Situation kein hilfreiches Arzneimittel gibt- wie etwa in einem Asthmaanfall (es gibt zwar Alternativen- aber nicht gut verfügbar- und noch seltener unter diesem Zeitdruck). Außerdem hilft es z.B. bei MS, chronischer Polyarthritis, Krebs, chronischen Darmerkrankungen.

Und WEIL es so gut hilft- man bei der „Heilung“ fast zuschauen kann.., sind die Patienten begeistert und dankbar. Ist ja auch schön für den Arzt. Was spricht also dagegen?

Der Körper selbst stellt es nur in Krisensituationen zur Verfügung, nach der akuten Gefährdung fährt er (zum Schutz ) die Produktion wieder zurück. Cortison auf der Haut anzuwenden, verursacht übrigens weniger Probleme als die Einnahme oder Injektionen- bzw. braucht es dafür länger. Macht man sich nicht die Mühe, nach einer Ursache für die Hauterkrankung zu forschen und wendet die Creme über lange Zeit an, wird die Haut merkwürdig dünn und anfälliger für Infektionen. Was die wenigstens wissen: Infektionen verschlimmern sich unter einer Cortisonbehandlung- und nicht immer kann man den Verursacher unangenehmer Hautreaktionen -wie z.B. Juckreiz- auf den ersten Blick eindeutig identifizieren.

Bei kurzfristigem –richtigen- Gebrauch kann es erhebliche Erleichterung verschaffen, ohne dass es zu gravierenden Problemen kommt.

Also alles gut? Schön wär’s.. Inzwischen gibt es diese Cremes auch rezeptfrei, oder man besorgt sie sich auf anderen Wegen.. weil die Haut dann „so schön zart und glatt“ wird… Sogar von medizinisch gebildeten Personen habe ich solche statements gehört- und alle Versuche einer Aufklärung perlten direkt ab (Ein weiter in der Zukunft liegendes Ziel muss sich leider in den meisten Fällen der Erfüllung einer akuten Begehrlichkeit unterordnen- das ist angeboren. Aber wie ich finde: gut zu wissen, woher diese „innere Stimme“ kommt. ) Rückgängig machen lassen sich diese Nebenwirkungen nämlich nicht unbedingt.

Ein alter Hut- aber es lohnt sich, das zu wiederholen: Für eine schöne Haut sorgt:

-Ausreichender Schlaf

-Wenig- besser kein Alkohol

-ausreichende Flüssigkeitszufuhr- am besten gleich in Obst und Gemüse, (das pflegt Darm UND Nieren, hat Sekundärstoffe und Vitamine mit im Gepäck. Was sich hoffentlich inzwischen herumgesprochen hat: VitaminPILLEN schaden oft mehr als sie nützen. )

-Nicht rauchen

-Keine ausgiebigen Sonnenbäder, schon gar nicht in der prallen Sonne

-Sanfte und regelmäßige Hautpflege, (möglichst ohne zweifelhafte Zusatzstoffe, die lediglich für Produktion, Gewinn und Verkauf vorteilhaft sind- weniger für die Haut selbst ) Da ich viel mit Düften arbeite, kann ich die gut verstehen, die den „gesunden“ Geruch vieler Naturkosmetik nicht mögen. Es gibt Alternativen, die trotzdem natürlich sind, wenn auch meist etwas kostspieliger. 😉

-Wenn man auf Cremes und Kosmetika mit Pickeln, brennenden Hautstellen oder Schlimmerem reagiert- würde ich wechseln. Egal, wie teuer die Creme war oder was für tolle Versprechungen dahinter stehen (eine Ausnahme bilden hier bestimmte Naturprodukte. Den Gebrauch sollte man dann allerdings von einem „Fachmenschen“ begleiten lassen.)

Auch wenn es „alle“ machen: Eingriffe wie Aufpolsterungen der Lippen, Botox, Faltenunterspritzungen können gehörig daneben gehen (nicht nur durch falsche Handhabung, sondern auch durch Unverträglichkeiten) – und man kann es schon gar nicht endlos anwenden. Sonst würden Superreiche und Filmstars mit der Zeit nicht immer gruseliger aussehen, so dass sie sich schließlich vor den Kameras verstecken müssen.. Und mal ganz ehrlich: eine aufgeplusterte Haut macht nicht unbedingt jünger, gar attraktiver- oder? Die künstliche Nachhilfe sieht man – auch wenn die meisten das ihrem „verjüngten“ Gegenüber höflich verschweigen. Trägt man in fortgeschrittenem Alter „etwas“ mehr Pfunde mit sich herum- siedeln diverse Fettzellen natürlich auch im Gesicht – was ähnlich aufpolstert. Auch stark Alkoholabhängige weisen schon mal gern auf ihre glatte Haut hin- Die entsteht, weil Stoffe- wie z.B. Östrogen (das auch in geringeren Mengen bei Männern gebildet wird) in der Leber nicht mehr abgebaut werden können. So hat man zum drohenden Leberversagen wenigstens ’ne faltenfreie Haut… ?! (Dieser Zusammenhang ist überraschenderweise oft gar nicht bekannt.)

Ein einfacher Pflegetipp zum Schluss: etwas guter BioHonig als Maske für zwischendurch. Riecht sogar gut ! 🙂

wird in lockerer Folge fortgesetzt