Auswanderer
 Warum nicht die riesigen „Datenbanken“ unseres Unterbewusstseins nutzen?

Kurzfassung: Statt die sinnvollen Schutzmechanismen des Unterbewusstseins mit Tricks aushebeln oder „erziehen“ zu wollen, sich monatelang furchtbaren Erinnerungen auszusetzen, Rückfälle und Rückschläge zu erleben- ….   lässt sich dieses ungeheure Potenzial in gewünschte Veränderungsprozesse auch einfach mit einbeziehen– mit einem beeindruckenden Verlauf.

PLoSBiol4.e126

 

Bild von: Wei-Chung Allen Lee, Hayden Huang, Guoping Feng, Joshua R. Sanes, Emery N. Brown, Peter T. So, Elly Nedivi

Fast jeder hat bestimmt schon einmal erlebt, dass eine beängstigende Situation sich hinterher als völlig harmlos herausstellte. Je jünger ein Mensch ist, desto weniger Erfahrungen stehen ihm zur Verfügung, die den Eindruck der vermeintlichen Katastrophe korrigieren könnten. Auch als Erwachsener gerät man hin und wieder in Situationen, wo Erlebnisse falsch oder unverdaut als bedrohlich abgespeichert werden. Oberflächlich betrachtet vergisst man solche Ereignisse– aber sie sind präsent und bereit, versteckt ihr „Unwesen“ zu treiben. So scheint es.

Es kommt z.B. zu unerklärlichen Ängsten, zu unsinnigen Lebensregeln  (s. Blog: „freier Wille“), die sich trotz aller „Einsicht“ nicht beseitigen lassen- oder auch zu körperlichen Beschwerden, die sich Behandlungsversuchen hartnäckig widersetzen. Im Gegenteil! Je stärker man dagegen ankämpft, desto schlimmer scheint es zu werden- als hätte man gar keinen freien Willen oder als hätte sich alles gegen einen verschworen.

Wie im Blog z.B. hier näher beschrieben, sind wir in der Lage, unbewusst bis zu 200 000 mal mehr Informationseinheiten unbewusst gleichzeitig (!) gegeneinander abzugleichen als wir das bewusst tun können. Wenn man diese Tatsache bei komplexeren Problemen ignoriert, können die meisten Bemühungen eigentlich nur daneben gehen.

Nun will das Unterbewusstsein uns gar nichts Böses. Seine einzige Aufgabe ist eigentlich nur, unser Überleben zu sichern. Dabei hat es im Laufe der Zeit auch Informationen aufgenommen, die es nicht einordnen konnte (z.B. wegen mangelnder Vergleichsmöglichkeiten oder Bewusstlosigkeit)  und musste sie daher unreflektiert „abgelegen“. Zum Glück lässt sich der Schritt nachholen- wenn man denn überhaupt an diese abgelegte Information heran kommt. (Wer z.B. auf seinem Laptop o.ä. viele Daten abspeichert, kann sich das bestimmt lebhaft vorstellen. Ein Dokument in alle Eile mit einer unzureichenden Bezeichnung versehen/ in den erstbesten Ordner gepackt..:  und man kann sich später nicht mehr daran erinnern- wiederfinden schon gleich gar nicht. )

Das Sinnvollste wäre also, sich mit dem Unterbewusstsein gemeinsam auf die Suche zu begeben. Zum einen geht das viel schneller (während das Bewusstsein mühsam bis zu Jahren in der Erinnerung herum graben müsste- wobei es immer wieder von den Schutzmechanismen abgeschmettert wird). Zum anderen kennt das Unterbewusstsein sich in seinem eigenen riesigen Ablagesystem am besten aus- und ist oft erstaunlich schnell zur Zusammenarbeit bereit. Um die Lösung eines Problems zu finden, muss nun aber nicht jeder Stein einzeln umgedreht werden. Das Unterbewusstsein steuert – manchmal mit kleinen Umwegen-  schnurstracks auf des Pudels Kern zu: wenn es an seiner Aufgabe -unserem Schutz- nicht gehindert wird. Das Unterbewusstsein hat aber eine andere Art zu „denken“ und zu werten wie das erwachsene Bewusstsein. Da ist die Ausbildung und Erfahrungen als Pädagogin eine große Hilfe.

Und weil die Frage immer wieder auftaucht: Es handelt sich um eine Art entspannter Gesprächsführung, an der Verstand und Bewusstsein des Klienten ebenso beteiligt sind. Eine Bewusstlosigkeit, tiefe Trance oder gar suggestive Zwänge sind hier fehl am Platz. Schließlich sollen Fähigkeiten von Bewusstsein und Unbewusstem sich gegenseitig ergänzen. Ziele und wie sie am besten zu erreichen sind, entscheidet der Klient- eben nach seinen Möglichkeiten. Schon während eines Termins können sich damit spürbare Veränderungen in die gewünschte Richtung ergeben. (mehr dazu: FAQ’s, häufig gestellte Fragen)

oder s.auch  freier Wille Teil 2.,  freier Wille Teil 3  u.a.