Bild istock, Fotograf sykadelx

Dieses Problem gab’s irgendwie immer schon:
Da will der andere doch einfach nicht so wie man selbst! Dabei könnte man keine/n bessere/n finden! Und trotzdem trennt er sich – oder fängt noch nicht mal was mit einem an. Da muss doch was zu machen sein!!!

Unsere Vorfahren waren da ganz schön fantasievoll:
Man nehme eine Kröte. Am Freitag vor Sonnenaufgang hänge man sie zur Stunde der Venus an den Hinterbeinen im Rauchfang auf. Man pulverisiere sie trocken, hülle sie in ein Blatt Papier, lege sie 3 Tage unter einen Altar und hole sie am 3.Tag hervor. Wenn auf diesem Altar die Messe gelesen worden ist, werden Dir alle Frauen hinterher laufen.“ (Was man anschließend mit diesem Pulver anstellen soll, wird nicht erwähnt- Und ich glaube, das will ich lieber gar nicht wissen…)

„Man verbrenne 3 Haare von der Scham und drei Haare aus der linken Achselhöhle auf einer Feuerschaufel. Tue das Pulver in irgendeine Speise. Die betreffende Person wird Dich nie wieder verlassen.“

„Ritzt Du ein Mädchen mit den Krallen eines Laubfrosches, der am Lukas-Tag gefangen wurde, die Hand blutig, wird dieselbe zur Liebe – ja zur Raserei- getrieben.“

Oder lieber etwas „moderner“? (das könnte sogar klappen, weil derjenige seine Absicht dann mit mehr Sicherheit in Angriff nähme. Das geht natürlich nur, wenn man dran glaubt- aber das wird man wohl, wenn ein derartiger Aufwand betrieben wird):

„Entzünde eine rosa Kerze. Schreibe sodann den Namen des/der Angebeteten mit einem Hühnerflügel auf ein Stück Papier und Deinen darüber. Laß 7 Tropfen Wachs und drei Tropfen Deines Blutes darauf fallen und beschwöre dabei, wie Ihr auf ewig verbunden sein werdet. Während Du die Kerze auspustest, sage Deinen Zauberspruch. Wickele dann den Hühnerflügel in das Papier, verschnüre es mit einem roten Band und vergrabe es noch am gleichen Tag bei Vollmond“

In manchen Regionen gehören solche Zaubereien wie selbstverständlich zum normalen Leben. Dafür geht man zu einem bestimmten „Fachmenschen“. Das kostet zwar auch Geld- aber ja nur für der zaubernden Vermittler. Vorsicht allerdings, wenn man vorhat, die „Zeche zu prellen“.  Dann könnte er den Zauber am Ende ins Gegenteil verkehren. 🙂 Zaubersprüche sind dabei noch recht harmlos- es gibt eine ganze Reihe ziemlich unappetitlicher Rituale. Den „unsterblich Verliebten“ ist das allerdings in dem Moment ziemlich egal.

Harmloser sind Gewürze und Gerüche. „Leider“ funktionieren die nur als eine Art Anregung und (Neu-)Belebung bereits bestehender Partnerschaften- aber nicht als Gehirnwäsche, wenn einer von beiden partout nicht will.

Also doch zurück zu den unappetitlichen Tränken, in die die eigenen Haare, Tränen, Fingernagelstückchen oder gar Menstruationsblut gemischt werden? Das Ganze unter dem Murmeln von Beschwörungsformeln, Anrufung verschiedener Gottheiten (da gibt’s auch welche, die bei Rachegelüsten behilflich sein sollen)- Räucherungen usw.

Einen kleinen Nachteil „haben“ derlei Zaubereien leider: Der „Verzauberte“ verstirbt „aufs Jahr“.

Sehr viel einfacher sind natürlich berauschende Mittel. An Alkohol kommt hierzulande ja jeder gut ran. Reicht das immer noch nicht, notfalls mit Rohypnol oder sonstigen Drogen nachhelfen? …, das Dumme ist nur: die Wirkung hält nicht lange.

(klar, hat das wenig mit „Liebe“ zu tun hat-  übrigens genauso wenig wie irgendwelche Taktiken, bei denen der freie Wille des anderen nur eine lästige Nebenerscheinung darstellt. Die andere Bezeichnung „Bindungszauber“ passt dafür schon eher.)

Manche lassen sich ja auch mit Geld ködern, leider nicht alle- und nicht jeder hat Mengen für solche Zwecke zur Verfügung. Naja- und wirklich schmeichelhaft ist das ja auch nicht gerade. Es ist schon spannend, auf welche Ideen die Menschen gekommen sind – und was bis heute noch alles davon verwendet wird.

Humbug, Blödsinn, Märchen!

Wer glaubt denn, dass solcher Käse funktioniert?

Bis hierher war es ja noch lustig- bei „naturwissenschaftlich gestützten“ modernen Methoden bleibt mir das Lachen allerdings eher im Hals stecken (ok- wirklich „neu“ sind die auch nicht- aber sie lassen sich damit erklären, viel schneller und gezielter einsetzen).

Im Prinzip mit genau der gleichen übergriffigen Absicht werden auch sie verwendet: Wie jede andere neue Erkenntnis, können natürlich auch die aus Neuro- und Verhaltensbiologie mit unterschiedlichen Zielen verwendet werden. Ein solcher „Liebeszauber“  ist  letztlich nicht viel besser als ein untergeschobenes Rauschmittel- und nichts anderes als Machtmissbrauch (durch den Wissensvorsprung. Wenigstens lässt der sich ausgleichen- und das sollte man definitiv tun!)

Wie ?

Auf sowas würdet Ihr NIE reinfallen…?

Schön wär’s!

Werden die richtigen Knöpfe gedrückt, reagiert man wie eine Marionette. Das kennt bestimmt jeder schon von ganz profanen Dingen: „Anlageberatung“, Werbung, Karriereversprechen usw. ( Und die haben nicht mal den gleichen Stellenwert in der Verhaltensbiologie wie die Partnerwahl.). Wenn jemand felsenfest von seiner Standhaftigkeit überzeugt ist und über eine gewisse Vorstellungskraft verfügt, gibt es bei einer kleinen Übung jedesmal ungläubiges Staunen über die Wirkung, Und das, obwohl derjenige genau weiss, worum es geht!

Man findet z.B. eine „Gebrauchsanleitung, wie man doch noch jemanden an sich bindet, der bereits das Weite gesucht hat “ ( noch besser klappt es mit der Bindung, wenn man direkt zu Beginn damit loslegt). Wie ein Rezept zum Torten backen- oder Anrühren von Tapetenkleister. Das Schlimme daran: Es funktioniert erst recht, wenn der andere keine Ahnung hat, was da läuft.

Fortsetzung folgt: „eine moderne Gebrauchsanweisung und ihre Er/Folge(n)“

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