minze-dsc_0644Bauchweh in meiner Kindheit war gleichbedeutend mit fiesen Behandlungsmethoden und ekligen Diäten. Abgesehen davon, dass ich in der Grundschule eine tolle Lehrerin hatte und eine Klassengemeinschaft, in der ich mich wohl fühlte, wäre dagegen wohl jede unangenehme Schulveranstaltung das kleinere Übel gewesen.

Nun gibt es (wie im ersten Teil erwähnt) ja alle möglichen Ursachen für Bauchweh. Auch so etwas profanes wie Verstopfung kann zu Bauchweh führen. Bei Kindern und schlanken Menschen lassen sich die Verhärtungen von Laien oft schon (vorsichtig!) ertasten. Gerade bei beruflich sehr eingespannten Erwachsenen rächt es sich auf diese Art, wenn man immer auf Ruhepausen verzichtet (mehr dazu).

Bei sehr kleinen Kindern würde ich das weitere Vorgehen erst mit dem Arzt besprechen- bei größeren und bekannter Ursache, dem Darm etwas zu tun geben. Zu allererst: Erwachsene sind Vorbild (auch) beim Essen. Noch so kluge statements sind unnötig, wenn man selbst genau das Gegenteil davon macht. Die bei Kindern beliebtesten Nahrungsmittel sind für „Darmgymnastik“ leider wenig geeignet: Brötchen, Nutella, Schokolade, Wurst, Pommes Frites mit den entsprechenden Soßen, Nudeln usw.- Gemüse wird dagegen nicht gern gegessen, aber vielleicht findet sich doch etwas als „Gegengewicht“- wie z.B. ein Möhren-/Apfelsalat mit etwas Honig und Nüssen, Pinienkernen, geröstetem Sesam oder Kokoschips? Je nachdem, was das Kind mag. Bei Obst wird man eh leichter fündig. Fertiges Müsli oder Müsliriegel sind nicht immer empfehlenswert- aber lassen sich leicht selbst herstellen, schmecken dann oft sogar besser. Statt zu viel Milch oder Kakao sind Tees oder Wasser (evtl. mit natürlichen Zusätzen aromatisiert) günstiger bei Neigung zu Verstopfung. Der Darm kann nämlich besser arbeiten, wenn er genügend Flüssigkeit zur Verfügung hat (geht natürlich auch über Obst).

Selbst gemachter Zitronentee trifft zu meiner Erheiterung immer wieder auf Erstaunen (weil er sehr einfach herzustellen und gegen fertigen regelrecht „raffiniert“ schmeckt). Unser gewohnter Pfefferminztee erinnert mich selbst zu sehr an meine MandelOp – aber Spearmint oder Nanaminze schmecken schon besser! Tee aus getrockneten Apfelschalen entlockte mir zuerst ein verstohlenes Naserümpfen- völlig zu Unrecht, wie sich herausstellte. Experimentiert ein bißchen herum, was sich alles für ein Getränk verwenden lässt. Die meisten Kinder finden solche Experimente höchst spannend (dabei so viel wie möglich die Kinder selbst machen lassen- man braucht auch nicht immer heißes Wasser dafür. Worauf man natürlich ein Auge haben sollte: dass keine Vogelbeeren, „Pfaffenhütchen“, Goldregen usw. oder gänzlich Unbekanntes verwendet wird – auch wenn die Pflanzen noch so harmlos oder hübsch aussehen).

Sind Verstopfungen ein familiäres Problem, wäre hier gleich der ganzen Familie geholfen 😉

Außer den oben erwähnten Erkrankungen sind nicht immer falsche Nahrungsmittel die Ursache für „Bauchweh“. Das haben wir z.B. im Sprachgebrauch: wenn „etwas auf den Magen schlägt“. So was kommt ja auch schon im Kindesalter vor. In dem Fall wäre es am schönsten, wenn es feste Gewohnheiten/Zeiten für das Kind gibt, bei denen es sich frei äußern kann (ohne, dass die Reaktion der Eltern NOCH mehr Stress für das Kind bedeutet. Ich weiß, dass ist nicht immer so ganz einfach – trotzdem sollte man sich über die Wirkung seiner Reaktion im klaren sein- vielleicht lässt sie sich dann ja doch anders ausdrücken. )

Auch in solchen Fällen kann eine sanfte Bauchmassage mit der erwähnten Mischung zusätzlich wohltuend sein. Wenn das Kind das nicht mag- dann vielleicht eine Fuß- oder Rückenmassage- oder ein Fußbad mit einem Duft, den das Kind gern mag (wenn möglich die im ersten Teil beschriebene Mischung, oder zu 1Eßl. Honig + 1Eßl. Sahne statt dessen 2 Tropfen echtes (!) Mandarinenöl- hier duftet „BIO“ sogar besser als konventionelles – ist nicht immer so. Salz würde ich abends nicht verwenden.) Erwachsenen tut das alles natürlich auch gut!

*)Bauchwickel (wie man’s macht)

haben noch weitere positive Wirkungen und können dort gern angewendet werden:

Zur körperlichen und geistigen Entspannung- auch bei Menschen mit einem Reizdarmsyndrom mit entsprechender pflanzlicher Unterstützung. (Wer darunter leidet, schief angesehen oder als Hypochonder abgetan wird: „Findet man nichts, ist es eben „Reizdarm!“ Hier gibt’s mehr dazu- oder auch bei Quarks und Co. )

Zur Anregung des Darms

Bei kalten Händen und Füßen (da zusätzlich: Apfelsaft mit Zimt und Nelken aufkochen und möglichst „heiß“ trinken. Hilft super!)

Zur Hautstraffung bei Schwangerschaftsstreifen

Zum besseren Einschlafen

! NICHT bei akuten Bauchschmerzen!

Manches Bauchweh entsteht durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Am besten lassen sie sich vermeiden, wenn man möglichst selten fertig zu- oder vorbereitete Mahlzeiten einkauft (Lest mal spaßeshalber die Zutatenliste einer Backmischung durch und vergleicht sie mit einem normalen Rezept…). Allein Fructoseunverträglichkeit kann einem das Essen ganz schön vergällen. Sie scheint erheblich dadurch gefördert zu werden, dass Fructose einem heutzutage in Fertiggerichten, gewürzten Speisen/Soßen, Süßem wirklich auf Schritt und Tritt begegnet. Aber auch die zahlreichen anderen Zusatzstoffe sind nicht unbedingt zu unserem gesundheitlichen Vorteil, sondern um die Produktion zu erleichtern und damit die Herstellungs-Kosten zu senken.

Selbst kochen muss nicht unbedingt fürchterlich zeitaufwändig sein. Das Einkaufen kann dagegen schon diverse Stunden in Anspruch nehmen- gerade in „Bio-Läden“. Zum Glück gibt es heute zahlreiche Hilfen- egal ob konventionelle Zutaten oder Bio- und es sind wirklich gute Quellen darunter (s.z.B. hier).

Für meine Mutter war man nur dann ein guter Koch, wenn man zig Zutaten brauchte und stundenlang –auch mit der Zubereitung nur kleiner Mengen- beschäftigt war. Nö. Man kann leckere Gerichte auch ohne viel Gehampel kochen, so lange man auf frische und gute Zutaten achtet- wie ich von Freunden aus Asien lernte. Keine Lust zu kochen, weil man allein lebt? Ich glaube, eingefrorenes, selbst gekochtes Essen aus guten Zutaten ist Fertiggerichten in den meisten Fällen überlegen- also kocht man einfach etwas mehr (der Arbeitsaufwand für ein oder 3-4Portionen unterscheidet sich ja in den seltensten Fällen merklich- der Preis oft schon)  und friert den Rest portionsweise ein-

Oder: man bereitet Reihum etwas mit den Kollegen zu. Hat schon mal jemand von Euch Obstsalat am Obststand gekauft.. wo das Obst fast immer in ziemlich große Stücke geschnitten ist? Z.B. Äpfel, Weintrauben, Melonen.. kosten nicht die Welt und das Ergebnis von ein paar Minuten schnippeln reicht locker für 5-10 Leute. Für eine Portion zahlt man normalerweise zwischen 2 und 8 Euro (je nachdem, wo man seinen Snack einkauft) und das Hinlaufen und Anstehen ist ja auch nicht unbedingt schneller als das eigene Vorbereiten. Sicher gibt’s in der Nähe der meisten Arbeitsstellen Möglichkeiten, die selbst gemachte (Zwischen-)Mahlzeit in Ruhe zu sich zu nehmen.

Möhren/Apfelsalat. Wäre für mich allein zu viel Aufwand- aber für mehrere? Mit der Küchenmaschine? Da lohnt sich dann wenigstens das Saubermachen. Und trotzdem eine Sache von Minuten. Bulgur mit Tomaten, Gurken, Zitronensaft und viel Petersilie.. Das gleiche. Und solche Aktionen sind auch noch förderlich für das Betriebsklima. 😉

Weitere Nahrungsunverträglichkeiten entstehen oft über andere Schritte als gedacht- und ließen sich mit mehr Gelassenheit, sowohl verträglichen Rohstoffen als auch Verarbeitung (für den Körper, nicht ausschließlich fürs Ego…) vermeiden -wenigstens verbessern. Dieses Thema würde den Rahmen hier aber sprengen.

 oder: vielleicht lieber eine Art Massage ? (für größere Kinder und Erwachsene geeignet)

Bereitet vorher die Ölmischung zu: Als fettes Öl empfiehlt sich Olivenöl, Mandelöl oder eine Mischung daraus. Als Zusatz die schon im ersten Teil erwähnten Kräuter darin einige Tage ziehen lassen-  schneller und einfacher geht es mit ätherischen Ölen. Hat das Bauchweh eher psychische Ursachen: echtes Rosenöl, Lavendel fein- oder bei Stress die Aphrodite-Mischung.

Der „Patient“ legt sich hin und die Bauchregion wird frei gemacht. Zuerst beide (warmen!) Hände parallel für einige Minuten neben den Nabel leicht auflegen, Dann die angewärmte Ölmischung spiralförmig von innen nach außen (am Bauchnabel beginnen) im Uhrzeigersinn sanft und zügig aufbringen. Beide Hände wieder parallel auf den Bauch legen, die Fingerspitzen zeigen in Richtung Kopf. Die Hände bis zum Rippenbogen nach oben führen und dort auseinander streichen- in Richtung äußerer Rand. Diese Bewegung wiederholen, dabei am Rand angekommen die Hände seitlich abwärts führen und wieder zusammen, bis sie die Ausgangsposition erreicht haben (also zwei einander entgegen gesetzte große Kreise.), einige Male nicht zu rasch wiederholen. Danach mit beiden Händen großzügige Kreisbewegungen (immer im Uhrzeigersinn bleiben) um den Bauch, allmählich immer kleiner werden lassen. Dann den großen Kreis mit kleinen „Schleifen“ wiederholen. Zum Schluss mit flachen Händen sanft von der Mitte nach außen streichen, beide Hände wieder parallel auf den Bauch legen und dort einige Minuten liegen lassen. Danach warm anziehen, gut zudecken und etwas ruhen- gern auch etwas Warmes trinken.

Schon sanftes Einreiben mit z.B. der richtigen Ölmischung (Rücken, Nacken, Beine, Füße) wirken bei Überreiztheit und Dauerstress manchmal Wunder.

Leider lässt es sich nicht zum direkten Nachmachen beschreiben, trotzdem will ich es nicht unerwähnt lassen: Eine rhythmische  Einreibung nach Hauschka und Wegmann kann in vielen Fällen gut helfen- und ist sehr angenehm. Vielleicht gibt es in Eurer Nähe einen entsprechenden Therapeuten.

Und nun noch ein Tipp zum Schluss: Wenn man sich irgend einen Infekt eingefangen hat und sich so richtig krank fühlt, Fieber hat, mag man oft nicht essen. Manchmal hat man auch keinen Appetit auf Getränke und quält sich trotzdem damit, weil jeder weiss, dass der Körper in dieser Situation Flüssigkeit braucht. 

In einigen Ländern ist es nicht immer üblich, Säfte, Tees oder Kaffee zu trinken- da gibt’s auch einfach mal Wasser. Ok- bei uns ja auch. Aber heißes pures Wasser -wie dort- kannte ich lange nicht, mochte das auch nicht. Als ich einmal auf Reisen recht hoch fieberte, keine Heilmittel auf die Schnelle verfügbar waren, hatte ich regelrecht Appetit auf das heiße (!) Wasser (kaltes wird nur vertragen, wenn man darauf wirklich Appetit hat). In der Situation schmeckte das besser als der beste Tee, Saft o.ä. und es tat richtig gut. Auch der übliche Widerwille gegen Getränke blieb aus. Eigentlich völlig logisch (unnötige Sinneseindrücke, Arbeit für die Verdauungsorgane belasten zusätzlich und sind eben nicht „dran“). Leider bin ich nicht schon vorher darauf gekommen. Wenn ich wieder mal krank werde, experimentiere ich nicht mehr lange: habe ich keinen Appetit, gibt’s wieder heißes Wasser und ich vertrage das sehr gut. Falls es Euch mal ähnlich geht: probiert’s einfach aus 🙂

Guten – und beschwerdefreien- Appetit! oder: gute Besserung!