Bild istock, Fotograf „ralsbeckfoto“

Wie gedankenlos mit der „körperlichen und seelischen Unversehrtheit“ des anderen umgegangen wird- den man ja angeblich „liebt“-  ist schon erstaunlich. Der/die „Anwender/in“ muss bereit sein, immer wieder Ängste zu erzeugen und dabei den Stresspegel „bei Bedarf“ zu erhöhen, denn Gewohntes nutzt sich mit der Zeit ab.

Wie stellt man das am besten an?

Unter anderem, indem man gemeinsame Projekte startet, aus denen man sich nicht so leicht lösen kann. Mit Kindern klappt das oft gut- heute leider nicht mehr so sicher wie früher. Vielleicht ein Hauskauf oder etwas Ähnliches? Ein gemeinsames Ziel verbindet. Noch nachhaltiger funktioniert es, wenn man ganz allmählich andere enge Bindungen des Partners kappt. Dafür muss die Abhängigkeit aber schon ein gewisses Level erreicht haben. Dann wird hier und da ein Zweifel gestreut, Erlebnisse und Aussagen der unerwünschten Person uminterpretiert, Gerüchte gestreut- oder eine Lüge einflochten, die nicht so rasch auffällt. Die verschiedenen Möglichkeiten müssen immer wieder geschickt eingesetzt werden:. „Steter Tropfen höhlt den Stein“. Das Ganze braucht zwar eine Weile- aber es ‚lohnt sich’- weil dadurch die Abhängigkeit größer und dauerhafter wird.

Ich denke, jeder hat etwas ähnlich Verstörendes schon bei Freunden, Bekannten und Verwandten mitverfolgt. Geschwister, die immer ein Herz und eine Seele waren, reden nicht mehr miteinander. Das eigene Kind wird abgelehnt (seltener- aber kommt auch vor). Der beste Freund reagiert nur noch gereizt oder gar nicht mehr.

Der Ehemann einer engen Freundin drohte z.B.mit  Hausverbot, wenn ich sie weiterhin darin bestätigen würde, ein Super-Job-Angebot anzunehmen. Die (hochgebildete) Gattin hätte ihren Pflichten als Hausfrau nachzukommen. Dazu gehöre auch, jederzeit zur Verfügung zu stehen. Das wurde von ihr gesenkten Blickes widerspruchslos hingenommen. Ich war fassungslos. Gerade bei so einem Beispiel fragt man sich als Außenstehender irritiert, was es eigentlich NOCH alles braucht, bis dem anderen endlich der Kragen platzt…

Wenn dieses Spielchen geschickt gespielt wird, registriert der andere gar nicht, was da läuft. Ok- manchmal habe ich auch den Eindruck, der andere WILL das übersehen, weil er schon viel zu tief darin verstrickt ist. Es bleibt ja auch die Hoffnung, dass die eigenen Alarmglocken vielleicht einer Fehlfunktion erlegen sind. Ein bisschen erinnert mich der dominante „Partner“ immer an „Kankra“ (Herr der Ringe).

In deren Netz zu landen, kann wirklich jedem passieren. Egal, für wie klug man sich hält- oder normalerweise tatsächlich ist. Je nachdem, wie „gut“ der andere sein Spiel beherrscht und durchzieht. (Die oben beschriebene Freundin z.B. wurde im Laufe einiger Jahre von einer bewundernswerten Überflieger-Doktorandin… ganz allmählich…. zu einer  24/7 Dienstmagd mit „erweiterten Pflichten“, ohne eigenes Urteilsvermögen. Über ähnliche Geschichten stolpert man leider immer wieder. )

Verfolgt man eine Weile die Manipulationen und die drastischen Veränderungen mit, lassen sich zahlreichen Parallelen zum „Stockholm-Syndrom“ erkennen. Teils völlig konträre Ansichten (im Gegensatz zu gut überlegten früheren Einstellungen) werden schließlich kritiklos als eigene übernommen und verteidigt.

Wenn sich die Art der Beziehung wirklich nicht mehr schönreden lässt, ist der enge Freundeskreis bereits weggeeitert- was sich über einen längeren Zeitraum hingezogen hat und so verletzend war, dass nur noch wenig zum Reparieren übrig geblieben ist.

Mit einer Trennung (egal wie schlimm die Partnerschaft tatsächlich war) geht es demjenigen nicht gut. Das beste Heilmittel in so einer Situation wären Freunde. Aber was, wenn keiner mehr da ist? Oder nur noch  entsprechend instruierte- illoyale? Dann halten viele mit zusammengebissen Zähnen weiter „durch“- entgegen aller Vernunft und Tatsachen. In solchen Situationen sind die Menschen in meiner Praxis gelandet- in einem bedauernswerten Zustand. (Selbst, wenn man es in dem Moment kaum glauben kann:  man schafft es wieder raus- „zurück ins Leben“. )

Mit dem „Spiel“ wird dem anderen nämlich nicht nur psychisch zugesetzt: Wenn’s lange genug dauert, gibt es sogar ernsthafte physische Erkrankungen- weil dieser Mensch irgendwann unter Dauerstress gerät. Das können Herzrhythmusstörungen sein, schmerzhafte Muskelverspannungen, Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Verdauungsprobleme, immer wiederkehrende Infekte, Erektionsstörungen, ein hoher Blutdruck, dem mit Medikamenten kaum beizukommen ist – bis hin zum Infarkt, Tabletten- oder Alkoholabhängigkeit.

Aber zugeben, dass etwas nicht stimmt? Das können die wenigsten, weil sie meist gar keine Zusammenhänge herstellen (können).

Als z.B. Frauen allgemein noch für Menschen zweiter Klasse erklärt wurden, oder sogar zu den Haustieren gerechnet  (doch.. das gab’s. Aus einem gar nicht mal so alten Lehrbuch: „Die Frau ist das einzige Haustier, das in der Lage ist, menschliche Junge zur Welt zu bringen“..), mögen solche Strategien fürs Überleben nötig gewesen sein. Heute halte ich das allerdings nicht mehr für legitim .. es befriedigt lediglich würdelose (krankhafte) Machtgelüste- aus welchen Quellen die auch immer stammen mögen.

Durchhalten muss man sein Spiel auf jeden Fall, wenn es vorher schon eine Trennung gab. Zeigt man sich nach einer Weile wieder entspannt „normal“- wäre ja auch der Trennungsgrund wieder da. Dafür kann es alle möglichen Ursachen gegeben haben. Aber mal ehrlich: Warum wollte man das nicht akzeptieren? War das wirklich diese ganz bestimmt Persönlichkeit? Oder vielleicht doch Gewohnheit? Lebensstandard? Gemeinsame Bekannte? Sozialer Status? Es gibt eine Menge Gründe, die mit dem Menschen selbst gar nichts zu tun haben….

Manche Trennungsgründe resultieren vielleicht aus unverdauten schlechten Erfahrungen, Ängsten, blöden Glaubensgrundsätzen –

Aber nicht alle Gründe liegen in Bequemlichkeit, sind gestört oder bösartig, manche können durchaus berechtigt sein. Vielleicht war die Trennung sogar das Beste – selbst wenn es in dem Moment schwer fiel.

Will man ernsthaft den Fortgang einer Beziehung mit diesen Mitteln erzwingen? Nicht ohne Grund wurde vor „Liebeszaubern“ immer gewarnt. Nicht etwa deswegen, weil die so schwierig anzuwenden gewesen wären, sondern weil DIESE „Folgschaft“ dann doch gar nicht so toll sei.

Viel zu schnell geht jeglicher Respekt vor dem anderen verloren, sobald man ihn sicher „hat“. Da setzt der umgekehrte Effekt wie bei einer „Verknappung“ ein. Will man das? Wirklich? ( Immer vorausgesetzt, es handelt sich um eine Gesellschaft, in der jeder für sich selbst sorgen KANN.)

Wer gerade in so einer Gehirn-waschenden Beziehung steckt, wird sich garantiert hier nicht wieder erkennen (obwohl ich denke, dass dem Unterbewussten das sehr wohl klar ist- aber genau DAS lässt sich eben auch mit Verlustängsten besonders gut manipulieren..). Wer allerdings noch nicht ganz im Strudel der Hormone gefangen ist, täte gut daran, solche Strategien nicht einfach zu übersehen oder schön zu reden- sondern die hoffentlich richtigen Schlüsse für sich zu ziehen.

Wenn man etwas in der Art bei einem sehr guten Freund beobachtet, ist das .. nur fürchterlich! Die meisten merken schon früh, dass irgendwas nicht stimmt. Dazu sagen kann man aber nicht viel. Entweder hat er/sie prompt irgendwelche Begründungen parat, gerne auch Vorwürfe- oder er/sie zieht sich völlig zurück. In Phasen von Glücksgefühlen, Verlustängsten oder dem ersten unguten Bauchgefühl, was aber mit aller Kraft unterdrückt wird.. erreicht man die Person einfach nicht mehr. So schwer es fällt: wenn Ihr diese Freundschaft noch irgendwie erhalten wollt, spart Ihr Euch besser die Kommentare.

Viele halten die Rolle als Zuschauer nicht aus und beenden es irgendwann. Ich weiß, dass es in den meisten Fällen zu zahlreichen Verletzungen gekommen ist- bevor man resigniert aufgibt . Vielleicht könnt Ihr trotzdem irgendwann „alle Fünfe gerade sein lassen“. Denn für den „Absprung“ braucht er/sie Euch. (Es gibt auch Menschen, die ihre „Freunde“ nicht mehr kennen, sobald sie in einer Partnerschaft sind, danach ungerührt wieder aus der Mottenkiste hervor holen wollen- und das immer wieder. DIE meine ich hier nicht.)

Ich habe solche Abläufe nicht nur einmal als Zuschauer beobachten müssen, war manchmal selbst beteiligt- (z.B. wie beschrieben als Freundin), oder habe davon erzählt bekommen. Jedes Mal ist der Ablauf ein bißchen anders- das Ergebnis jedes Mal für mindestens einen der Beteiligten schlimm (die Auswirkungen beschränken sich obendrein ja selten nur auf das Paar) .

Trotzdem:….  Stell’ ich mir zum Schluss mal „spaßeshalber“ vor, die „Gebrauchsanleitung“ selbst anzuwenden, um mir einen Wunschpartner zu „sichern“, der bereits das Weite gesucht oder noch nicht „angebissen“ hat..  ..

???

Wenn ich jemanden sogar ‚nur’ mag.. würde ich ihm so etwas nicht antun wollen.

Punkt!

Außerdem wäre es mir viel zu anstrengend, einen anderen dauerhaft derartig „im Griff“ behalten zu müssen (und mich selbst ja eigentlich auch..) ,

Vielleicht aber bei jemandem, an dem man sich damit rächen könnte? Das wär’s doch!

Echt?

Hm…?!

Warum sollte ich in eine enttäuschende Episode noch soviel investieren? Denn das wäre ja ziemlich aufwändig.

Brauch ich das, um mich doch noch als „Sieger“ fühlen zu können? Will ich dem anderen wirklich noch soviel Macht über mich geben? Wem soll das nützen? Mir selbst ja wohl am wenigsten.

Nee.. für mich ist das definitiv nix.   😉

Versuchen, doch etwas zu klären? Super, wenn wenigstens ein entspanntes Verhältnis dabei heraus kommt. Wenn nicht, einfach gut sein lassen und frei die Energie für Neues nutzen- was auch immer.

Der geschilderte Ablauf beschreibt die „Kurzversion der Manipulation und Macht über den „Geliebte“ für Laien“. Das geht noch ganz anders. Diesen Opfern vergeht Hören und Sehen bei der Aktion und sie bleiben oft genug traumatisiert zurück. Ein gefühlsmäßig „normal“ gestrickter Mensch wird aber schon die Kurzversion nur mit Mühe oder/und Scham durchhalten können.

hier geht’s zum 1.Teil  :  LIebeszauber                                          und hier zu Teil 2: Gebrauchsanleitung

 

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