DSC_0013bDas Wissen darum ist uns irgendwie „verloren gegangen“ – jedenfalls soweit es unser Leben direkt betrifft. Die „Natur“ ist immer so langweilig, anstrengend und kompliziert. Könnte.. das.. nicht… auch anders? Besser? Sobald jemand meint, etwas durchschaut zu haben, wird es hemmungslos und begeistert angewendet: gezüchtet, operiert, optimiert, gefüttert, therapiert. Geht doch! Und weil die Natur nicht nur „langweilig“, sondern auch langmütig ist, versucht sie geduldig über einen langen Zeitraum, unseren Übermut zu reparieren. So dauert es eine Weile bis man merkt, dass leider nur ein sehr kleiner Teil durchschaut wurde. Dummerweise sind bis zu dieser Erkenntnis diverse Lebewesen auf der Strecke geblieben- bzw. wurden erheblich geschädigt. Kind krank? Antibiotika rein und gut ist! Eltern, die das anders regeln möchten, werden im besten Fall schief angesehen. Ob die Antibiotika zu der Krankheit passen? Wer weiß das schon? Augen zu und durch. Außer vielen anderen Randerscheinungen wurde gerade z.B. gefunden, dass sich bei Kindern, die bereits vor dem 2. Lebensjahr Antibiotika erhielten, deren Darmflora dauerhaft veränderte. Diese Kinder litten später häufiger unter Asthma und Übergewicht. (http://www.nature.com/ncomms/2016/160126/ncomms10410/full/ncomms10410.html)

Stillen wurde lange verhindert. Vor noch nicht allzu langer Zeit blieben die Wöchnerinnen mit ihren Neugeborenen länger in der Klinik und bei gestillten Kindern war es ein unbequemes Gehampel, die Menge der getrunkenen Milch heraus zu finden. Außerdem hatten schließlich kluge Wissenschaftler die Rezeptur der künstlichen Säuglingsnahrung entwickelt; das Zeug wurde hochsteril und professionell hergestellt.. dagegen konnte sich die Muttermilch doch nur verstecken! Und ist „doch auch viel bequemer für die Mütter“ (nö!). Es meldeten sich zwar schon vor mehr als 30 Jahren die ersten Stimmen (auch von Wissenschaftlern), dass gestillte Kinder seltener an Allergien erkranken, andere Vorteile wurden gefunden, aber bis das endlich akzeptiert wurde?.. DAS dauerte! Da konnte man den Schwestern und Ärzten noch so ausdauernd mit dem „Spektrum der Wissenschaften“ vor der Nase herumwedeln. Schließlich wurden andere Möglichkeiten als Grundlage getestet. Vielleicht lag’s nur an der Kuhmilch? Erst im letzten Jahr wurde von der WHO sogar empfohlen, (!) sein Kind ein halbes Jahr zu stillen. Davor wurden 6 Wochen für völlig ausreichend angesehen und eine längere Stillzeit galt für das Kind gar als gefährlich.

Kaiserschnitt besser fürs Kind? Denkste! Ein Dammschnitt heilt sauberer und schneller ab? Wär schön, wenn’s so wäre. (Natürlich gibt es immer Situationen, wo diese und andere Eingriffe angebracht sind! Das bedeutet aber nicht, dass sie IMMER besser sind- im Gegenteil!- nur: in Notsituation sind sie halt „das kleinere Übel“.)

Und wo wir schon mal in der Klinik sind: Wenn jemand bei Glatteis unbedingt seine schicken Winterstiefel ausführen muss, dann ist der Knochenbruch kein „Schicksal“- genauso wenig, wie verletzte oder abgetrennte Finger, wenn man in laufende Kaffeemühlen oder Rasenmäher greift. Ist so etwas tatsächlich ein „Unfall“?  Oder Menschen, die ein so großes Übergewicht haben, dass sie ihre Füße nicht mehr sehen können- erst recht nicht, worauf genau sie ihre Füße setzen- und die dann häufiger die Folgen von üblen Stürzen auskurieren müssen. Dass da irgendein Zusammenhang bestehen könnte? Wie? Echt? Was noch häufiger vorkommt, ist Altersdiabetes. Auch den könnten die meisten selbst gut in den Griff bekommen. Wenn… es nicht so viele leckere Dinge zu essen gäbe (versteh ich ja…). Aber wem soll es nützen, ein paar Tage vor der nächsten Untersuchung ganz streng Diät zu leben, mengenweise Sauerkrautsaft in sich hinein zu schütten- und begeistert wegen des „guten Wertes“ hinterher wieder ungeniert alles zu essen, was die Regale hergeben? Der Arzt/Heilpraktiker ist dann zufrieden und „schimpft“ nicht? Na, das ist schon mal die Hauptsache! Dass jeder die unschönen Folgen aber selbst ausbaden muss? Große erstaunte Augen.

Komischerweise scheint es tatsächlich alles besser erträglich zu machen, wenn ein anderer als Schuldiger ausgemacht werden kann, oder das Schicksal, die bösen Gene oder anderes. Dass Alkohol nicht nur direkte Folgen hat, sondern diverse Spätfolgen, die echt fies sein können – wer einmal eine Ösophagusvarizenblutung miterlebt hat, weiß wovon ich rede- aber alles andere ist auch nicht sehr schön- der unkritische Gebrauch von Schmerz- (und anderen) Mitteln Nierenschäden verursacht- Kortison vielleicht nicht nur die Haut so schön glatt und weich macht?

Ok – das wird jetzt langweilig- obwohl mir noch ’ne Menge mehr einfällt. Hier liegt nach meiner Erfahrung der Hauptgrund, wenn (nicht nur) alternative Heilmethoden bei chronischen Krankheiten scheitern- bzw. dieser Mensch als Patient für alle Zeiten erhalten bleibt.  Dass es wunderschön ist, selbstbestimmt zu leben, hat inzwischen jeder begriffen- aber für die Folgen gerade stehen? Oder dass selbstbestimmtes Handeln Folgen haben könnte– auch nicht so schöne? Wenn’s schon sein muss, lieber bei anderen. Alles andere ist schwer zu akzeptieren- in bestimmten Bereichen kennt das sicher jeder von uns.

Bei sich selbst kann man schnell etwas ändern- aber dabei muss es gar nicht bleiben. Wenn Pflanzenfresser mit tierischem Eiweiß gefüttert werden, gibt es vordergründig wirtschaftliche Vorteile- im Gepäck kommt dann aber auch schon mal der Rinderwahn. Wer nicht allein deswegen einen Würgreiz und ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn er nur Bilder von Massentierhaltung sieht, der sollte ganz egoistisch daran denken, was er außer dem Eiweiß noch so alles zu sich nimmt- oder die Grundwasserbelastung durch die Güllemengen.. (Bei uns kommt das Wasser aus dem Wasserhahn und nicht vom Bauernhof?  🙂 ) Die Folgen haben wir genauso am eigenen Leib auszubaden- Aber wir haben eben auch Alternativen, deren Umsetzung nicht mal allzu viel abverlangt.

Kleiderproduktion unter unmenschlichen Bedingungen? Egal? Wenn da nicht die unangenehmen Rückstände wären, die fröhlich vor sich ausdunsten und färben (auch die Haut). Sind wir denn nur blöd? Verhaltensbiologisch gesehen leider teilweise schon..: Wenn wir auf etwas verzichten sollen, weil es uns dann in ein paar Jahren besser geht als wenn wir das nicht tun, dann können wir uns schwer da hinein versetzen. Der Mensch, der wir in ein paar Jahren sind, ist uns gefühlsmäßig fast genau so fremd- wie irgendein anderer Mensch. Die Vorsorge ist etwas, das uns leider nicht in die Wiege gelegt wurde. Vieles andere aber genau so wenig.  😉 Fortsetzung folgt